xoxoxo,
31.08.2006
Gelandet!
Trotzdem. Zwischen atemberaubenden Bergen hindurch, über eine kleine Kapelle hinweg, auf der extrem kurzen Landebahn umhergehopst um dann sicher zum Stehen gekommen.
Aufatmen…
Mr L hatte riesigen Spass bei der Landung. Wahrscheinlich war er der Einzige.
Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen:
Corfu…
Eine traumhaft schöne kleine grüne Insel. Hier geben sich Flora und Fauna die Hand. Es wachsen Palmen und Coniferen nebeneinander (Geht doch gar nicht? Doch… geht!).
Ich freue mich unbeschreiblich! Jetzt nur noch das -zugegebener Maßen massige- Gepäck vom Band gerupft, den Mietwagen eingesackt und ab zum Hotel…
*Whoooooow* Autofahren in Griechenland! Vor dem Beitritt in die EU waren Führerscheine unbekannt. Wer vorher keinen hatte, musste auch keinen machen. Merkt man. Passt nicht? gibt´s nicht. Wird passend gemacht. Serpentienen. Linker Hand die Berge, rechter Hand das tiefe NICHTS, ein LKW von vorne. Haarscharf…
Wir werden chauffiert von Mr F, darum bleiben Stossgebete zum Himmel aus, denn bei IHM *Herzchen ploppen über meinem Kopf hervor* an Bord fühlen wir uns sicher und geniessen den herrlichen Ausblick. Nach 23 km sind wir am Ziel: das Nissaki Beach Hotel. Ein Traum mitten im Oliven-Hain. Besser hätten wir es nicht treffen können.
Miss Elli und Mr Gargamel treffen kurz nach uns mit dem Bus ein… die Schweiss-Tropfen werden von der Stirn gewischt. Von nun an ist Entspannung angesagt…
01.09.2006
Ein Tag am Pool…
Entspannung pur. Wir geniessen das feine Urlaubsleben… und natürlich die Vorteile unserer all-incl.-Buchung. Fleisch muss rein. Und Ouzo *dröhn*.
Zeus Naios ist der für Griechenland zuständige Wettergott. Er ist uns eindeutig wohlgesonnen. Im wahrsten Sinne. Scheinbar schiebt er Überstunden, denn die Sonne brennt.
Wir überlegen, die Sonnenmilch zu trinken und uns mit Ouzo einzureiben. Diese Idee gilt natürlich nicht Mr L. Er verschwindet unter einer sanften Schicht Penaten Baby-Sonnenmilch und geniesst sein Schattenplätzchen. Den Abend planen wir, nach einem kurzen Abstecher in Korfus Altstadt, ganz gelassen auf der Terasse der unglaublichen Hotelbar zu verbringen.
Kerkyra wird nicht grundlos als schönste Stadt Griechenlands bezeichnet. Die Stadt ist durchzogen von kleinen Gassen, die in noch kleineren Plätzen mit niedlichen Tavernen münden.
Neben herkömmlichen Souvenirs kann man Olivenholz-Waren erstehen. Bei Tom´s darf man sogar zusehen, wie er werkelt. Unfassbar, wie geschickt er ist. Ich werde heute Nacht wohl von “Olive Wood” träumen… und mir überlegen, welche Schale ich erstehe. Will gut überlegt sein, denn Qualität hat ihren Preis…
Wir machen uns auf den Weg ins Hotel…
… und spielen “Die Ouzo-Übung”. Ermüdet vom vielen Üben fallen wir glücklich ins Bett.
02.09.2006
On the road…
Wir machen unseren ersten Ausflug. Zu fünft im Hyundai Getz. An sich schon ein kleines Abenteuer. Miss Elli, Mr L und ich kuscheln uns auf der Rückbank zusammen. Unsere Patriarchen Mr F und Mr Gargamel beziehen Stellung in vorderen Teil des kleinen Getz. Mr F, weil er fährt, Mr Gargamel, weil er… naja… ohnehin nicht in den Font des Mietwagens gepasst hätte. Natürlich nur, weil er so gross ist, nicht wegen seiner Breite… oder gar Tiefe *grins* (Hab Dich lieb, Daddy!)
Unsere Fahrt geht nach Paleo Perithia, dem Bilderbuchdorf Korfus. Der venezianische Charakter ist voll erhalten geblieben und auch zukünftig bleiben der historische und landschaftliche Reiz bewahrt, denn Neubauten sind nicht gestattet.
Über eine der schönsten Panoramastrassen Fahren wir von Ano Korakiana nach Sokraki hinauf. Die sehr schmale, grösstenteils einspurige “Strasse” windet sich den steilen Hang hinauf. Auf Serpentienen zum Ingwerbier. Ich fühle mich zum Teil, als ob wir das Gewinde eines Korkenziehers hinauf fahren. An dieser Stelle nochmal ein grosses Lob an Mr F für die hervorragende Fahrt. An den wenigen Stellen, an denen man überhaupt anhalten kann bietet sich ein wunderschöner Ausblick über weite Teile Korfus. In Sokraki geniessen wir in der einzigen Taverne des kleinen Ortes Tsisimbira… eine in Griechenland einzigartige Ingwer-Limonade. Sie wird nur noch in einer kleinen Fabrik auf Korfu hergestellt und in Sokraki verkauft… Ein wirklich überschäumendes Erlebnis, denn beim Öffnen der Flasche kommt es fast immer zu einer kleinen Explosion. Bei uns steht es 4:3.
Wir suchen eine passende Begleitung für das Ginger Beer und werden fündig… bei dem weltbesten Tsaziki, dass wir je gegessen haben.
Den Abend verbringen wir in Kerkyra… und spielen “shop till you drop”. In einer lauschigen Bar auf der Esplanade der schönen Altstadt geniessen wir einen kafé ellinikós frappé. Ich versaue Miss Elli wohl auf ewig die Freude an Erdnüssen, in dem ich keine essen möchte. Und warum nicht? Ganz einfach: Wie wir von Ben Stiller in Form des Risikoprüfers in “Und dann kam Polly” erfahren haben, wimmelt es im Erdnuss-Schälchen nur so von Keimen, da x Menschen in die Schale greifen und sich an den Nüssen bedienen, vielfach nach dem Aufsuchen der Toilette, ohne sich die Hände gewaschen zu haben. *uuurgs* Ich habe kein Problem damit, über einen U-Bahn-Schacht zu laufen, aber Erdnüsse in öffentlichen Bars sind für mich passé. Für Miss Elli nun auch. *oooops* Singnómi! (Hab Dich lieb, Mami!)
Bevor wir uns einen Esel zum Transort der Souvenirs mieten müssen, beschliessen wir, den Heimweg anzutreten und den morgigen Ausflug zu planen.
03.09.2006
Die schönsten Strände Korfus Teil I
Wir starten an der Ostküste in Messongí und fahren quer über die Insel an der byzantinischen Festung Gardiki vorbei zum flachen Korission-See, der durch eine lange Dünenkette vom ionischen Meer getrennt wird. Weiter im Süden sieht man den schönen Badeort Agios Georgios, den wir später auch noch besuchen werden, da er einen 8 km langen Sandstrand bietet. Unsere erste Strand-Rast führt uns jedoch zunächst nach Kanouli Beach - einem 150m langem Sand-Paradies, das nahezu menschenleer ist. Mr L lernt Sand und Meer kennen. Erstkontakt mit beidem ;-). Am kleinen Strand von Prasoudi Beach kehren wir in einer Fischtaverne ein… Schwertfisch vom Grill. Genuss pur.
Wir durchqueren Paramonas und das grosse Binnendorf Agios Mattheos, bevor wir landeinwärts durch ein grünes Tal nach Agios Gordis gelangen. Der Strand ist umgeben von bizarren Felsen. Ein Badeparadies.
Anschliessend geht es weiter in das Binnendorf Sinarades, in dem es ein kleines volkskundliches Museum gibt. Hinter Sinarades biegen wir ab zum Bergdorf Pelekas. Wir besuchen den Kaiser´s Throne - zurückzuführen auf den deutschen Kaiser Wilhelm II. Der Tron hoch oben hält, was er verspricht: Der Ausblick über Korfu ist gewaltig!
Mit Sonne betankt machen wir uns auf den Rückweg nach Nissaki… die Poolbar erwartet uns bereits.
04.09.2006
Romantik-Trip durch Kerkyra
Mr F und ich auf Solopfaden… Nach einem Abstecher ins Café und ein wenig Shopping beginnt unser Rundgang an der Platia San Rocco, in der Nähe des Wochenmarktes. Auf dem Markt werden hauptsächlich Früchte und Gemüse, aber auch Nüsse, Fisch, Kräuter und Blumen verkauft. Eingestreut zwischen zwei Marktständen befinden sich kleine Kafenias. An uns vorbei laifen orthodoxe Priester in langen Gewändern und Losverkäufer. Die Markthändler rufen den Wirten von Weitem die Bestellungen zu, die von den Kellnern auf dem Tablett ausgeführt werden. Wir fühlen uns wie in eine andere Zeit zurückversetzt. Einzig und allein die staatlich verlangten Computerkassen bewirken, dass wir uns noch in 2006 befinden. Unser Weg führt uns weiter vorbei am neuen Fort in die Altstadt hinein zum alten Hafen. Weiter die Uferstrasse entlang haben wir einen herrlichen Ausblick auf den Pantokrator, mit 900m Korfus höchstem Berg, die kleine Insel Vidos und die Berge Albaniens.
Vorbei an der ionischen Universität mit Blick auf das alte Fort, das aus dem Meer hinaus ragt, passieren wir die Kirche Oanagia Antivountissa mit byzantinischem Museum. Wir gelangen an den alten Palast, der heute das Museum für asiatische Kunst und die städtische Pinathek beherbergt. An der Esplanade stehen bunt geschmückte Pferdekutschen. Wir gehen weiter zu den zahlreichen Cafés unter den hohen Arkaden des Listons. Am Ende der Kaffeehausreihe biegen wir ab, vorbei am Edeljuwelier Lalaounis, zum Nordportal der Kirche Agios Spiridons, vor der zahllose Kerzen brennen. Die Korfioten huldigen hier ihrem Insel-Schutzheiligen, der sie oftmals im Laufe der Jahrhunderte vor Unheil bewahrt hat, sei es der Pest oder der Hungersnot. Sie bringen Blumen, zünden Kerzen an und küssen seinen Sarkophag, um heute persönliches Unheil von sich abwenden zu lassen.
Wir verlassen die Kirche durch das Südportal und landen auf einem kleinen Platz mit 2 Geschäften, die eine grosse Auswahl korfiotischer Spezialitäten anbieten. Unter den Arkaden gehen wir shoppen und geniessen unsere erste original griechische Pita.
Wir wissen zwar, dass sich Mr L bei seinen Grosseltern in bestmöglicher Gesellschaft befindet, aber unsere Sehnsucht treibt uns zurück nach Nissaki Beach…
Ausserdem glaube ich, ich habe eine Katze.
Von gestern Abend. Ich trage sie seit heute Vormittag mit mir rum… sie ist gewachsen nach dem Genuss etlicher Ouzos… ;-))). Mr F, Katze “Ouzo” und ich möchten den Rest des Tages am Pool relaxen.
Gesagt, getan.
05.09.2006
Die schönsten Strände Korfus Teil II
Die heutige Tour beginnt im Norden, am Strand von Roda. Wir fahren weiter in Richtung Sidari, wo wir den Canal d´Amour begutachten.
Es ist der schönste und berühmteste Strand der Insel. Hier hat das Meer in Lehmfelsen phantastische Formen eingegraben. Ein Wasserarm wird Liebeskanal, genannt – es heißt, das Gewässer sei als Anbahnung von Romanzen besonders geeignet.
Der Sage nach schwimmen hier Damen, die auf Ihren Traum-Mann hoffen. Wir haben aber auch Männer gesichtet… und ein Exemplar “Frau” in Begleitung dessen, was die Natur ihr bislang bereit gestellt hat. Wow… beide sollten um ihr Leben schwimmen.
*das war böse*
Wie auch immer: Ein Blick auf die Felsenwand zeigt uns, wodurch wahrscheinlich der Grundstein für die Sage gelegt wurde. ;-)))
Unser Weg führt uns weiter in Richtung Peroulades, zum Longas Beach, der unmittelbar an der Steilküste liegt. Wir fahren anschliessend in Richtung Arillas und Agios Stefanos mit ebenfalls schönen Stränden. Ein kleiner Abstecher führt uns zur Burg Angelokastro einer Burg aus dem 13. Jahrhundert. Seeeehr alte Steine.

Um zum naächsten Strand zu gelangen, durchqueren wir die Bergdörfer Lakones und Makrades. Nur… welcher Weg führt denn nach Makrades? Kein Schild? Komisch… stattdessen zahlreiche Bauern, die handgepresstes Olivenöl feilbieten. Beim Anblick unseres kleinen Getz hechten sie auf die Strasse: “Olive Oil, my friiiiiiiend?” Ich frage mich, welcher der Bauern wohl das abgesägte Strassenschild hinter seinem Schuppen beerdigt hat… geschaäftstüchtig sind sie jedenfalls. Auf unserer Irrfahrt springen sie immer wieder unermüdlich vor´s Auto. An einem besonders leckeren Exemplar kommen wir 4 Mal vorbei. Nun bietet er sein Allerheiligstes zum Spotpreis: traditionell hergestellten Wein. An sich ein verlockendes Angebot. Leider sieht der Bauer aus, als sei er aus einem 100-Jahre dauernden Dornröschenschlaf in der Jauchegrube erwacht. Wein, frisch gekeltert von SEINEN Füssen? *…* Die abendliche Karaffe Hauswein im Hotel tut´s auch.
Eine Bauersfrau zeigt Erbarmen mit uns und verrät uns den Weg. Bewaffnet mit frisch gepresstem Olivenöl gelangen wir nach Paleokastritsa, bestehend aus zahlreichen verträumten Buchten, die zum Grossteil nur per Motorboot ereichbar sind. An den Stränden liegt man unter Cypressen und Olivenbäumen… ein absoluter Traum.
Gestärkt durch unseren Mittagssnack machen wir uns auf den Weg Richtung Kerkyra. Unser nächster Stop in ist im Dorf Gastouri. Dort steht das Achillion, unter anderem bekannt durch die Sissi-Trilogie. In diesem Schloss hat die östereichische Kaiserin Elisabeth II ihren Genesungs-Urlaub verbracht. Die Korfioten erlebten mit Sissis Anwesenheit zum ersten Mal elektrisches Licht, denn die Kaiserin liess einen Stromgenerator installieren. Später wurde das Achillion von Kaiser Wilhelm II gekauft. Hier sah man dann das erste Automobil auf Korfu, denn er brachte seinen roten Mercdes mit.
Weiter geht es Richtung Pontikonissi, der Mäuseinsel. Unsere persönliche kleine Maus Mr L zeigt sich fasziniert von der Mäuseinsel. Er schaut fragend, ob Mutter Natur diese kleine Insel wohl extra für kleine Babies gemacht haben könnte?
Vor der Mäuseinsel auf der Halbinsel Analipis befindet sich das ehemalige Kloster Vlacherna. Wir befinden uns am meistfotografierten Punkt auf Korfu. In atemberaubender Tiefe zieht der eine oder andere Ferienjet an uns vorbei. Hier schliesst sich der Kreis. Wir befinden uns an der kleinen Kapelle, die wir vor einer Woche im Landeanflug auf Korfu überquert haben.
Genug gesehen für heute. Schnell noch in Kerkyra letzte Souvenirs geshoppt und ab nach Nissaki… um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.
06.09.2006
Relaxen…
Den letzten Tag unseres traumhaften Urlaubs verbringen wir an Pool und Strand. Relaxen, Sonne tanken, Aqua Gymnastica, Animation… wir lassen uns berieseln, lesen und entspannen… geniessen im Restaurant einen griechischen Abend und denken wehmütig an den Heimflug. Abends verabschieden wir uns vom ionischen Meer und fügen uns - dank Ouzo und Kumquat-Likör noch ein kleines Kätzchen zu…
07.09.2006
Heimwärts…
Nach umfangreichem griechischem Frühstück mit meinem heissgeliebten Honig-Quark machen wir uns auf zum Flughafen… mit einer Träne im Knopfloch. Mir ist es selten so schwer gefallen, wieder nach Hause zu fliegen. Ich danke meinen Vieren für einen wunderbaren Urlaub voller neuer Erfahrungen (ich sag nur: Toilette! Oder aber: Bluterguss im Ohr, Hornissen, Moskito-Piekser, etc. ). Die Sonne und über 500 Photos im Gepäck kommen wir zu Hause an. Düsseldorf Airport hat uns wieder. Und ich freue mich auf den nächsten Urlaub… nicht auf Korfu, denn die Planung steht schon. Aber ich bin mir sicher, eines Tages werden ich zurück kehren, denn ich habe mein Herz verschenkt…
An die kleine Insel mit Ouzo, imaginären und echten Katzen… Epharisto!
catch ya,
Die Griechen trinken den ganzen Tag über bei jeder Gelegenheit Kaffee. Die Kaffee-Bestellung ist in Griechenland allerdings eine Wissenschaft für sich. Man hat die wahl zwischen griechischem Mokka, kafé ellinikó oder einem heissen Instantkaffee ness sestó genannt. Ausserdem gibt es noch den kalten, schaumig geschlagenen und mit Eiswürfeln servierten Instantkaffee: frappé. Beim griechischen Kaffee gibt man bei der Bestellung immer gleich den gewünschten Süssegrad an, denn das Wasser wird zusammen mit dem Kaffeepulver UND dem Zucker aufgebrüht.
Man unterscheidet zwischen
In Griechenland trinkt man den Kaffee grundsätzlich ohne Milch. Wenn man Milch im Kaffee wünscht, bestellt man ihn “mä gála”. Speziell auf Korfu bestellen ältere Menschen ihren Kaffee gern mit einem Schluck Ouzo:
kafé ellinikó mä polí lígo úso mässa
*Yummy*… Ich bin ganz arg gespannt und zähle mich ab heute offiziell zu den älteren Menschen, um mir diese *hicks* Kaffeespezialität nicht entgehen zu lassen.
xoxoxo,
























































